Neue Technologien wie Blockchain oder das Internet der Dinge können den ökologischen Landbau effizienter und transparenter machen. Sie bergen aber auch Risiken, etwa beim Datenschutz.

Die Digitalisierung ist längst auch in der Landwirtschaft angekommen: Computergesteuerte Landmaschinen beackern die Böden und intelligente Sensoren ermitteln den Bedarf an Dünger. Via Satellit beobachten Bauern ihre Felder, um den richtigen Zeitpunkt für die Ernte herauszufinden. Denn aus dem All lässt sich gut erkennen, ob die Pflanzen schon reif sind. Auch die Lieferketten können mit modernen Methoden überwacht werden. RFID-Lösungen etwa ermöglichen die berührungslose Identifikation, Steuerung und Verfolgung jedes einzelnen Produktes – vom Erzeuger bis zum Händler.

Bio-Bauern können von der Digitalisierung profitieren

Die moderne Technik ist in der Regel teuer und lohnt sich deshalb vor allem für große Betriebe. Doch auch Biobauern können von der Digitalisierung profitieren: „Wir gehen davon aus, dass die Digitalisierung die Produktivität in der Biolandwirtschaft erhöhen kann“, sagt der BayWa-Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz. „Nicht in dem Sinn, dass am Ende sehr viel größere Mengen produziert werden, aber das Ausfallrisiko der Ernte könnte reduziert werden. Wir haben im Biobereich teilweise Ernten, bei denen 60, 70 Prozent des Ertrags wegfallen.“

Am Laserzentrum Hannover untersucht die Forschungsgruppe „Food and Farming“, wie autonome Roboter Unkraut und Schädlinge erkennen können, um sie dann mit Hilfe von Laserstrahlen zu vernichten. Durch die intelligenten Agrarroboter könnte der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Auch mit dem Projekt „DigiVine“, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird, will man Pflanzenschutzmittel reduzieren beziehungsweise ganz vom Acker verbannen. Arbeitsmaschinen wie Laubschneider oder Traubenvollernter können die genaue Position der Weinstöcke erkennen und untereinander austauschen. Dadurch wird es möglich, die Schädlinge gezielt zu bekämpfen, nämlich nur noch dort, wo Blätter sind. Das reduziert die Umweltbelastung und spart Produktionskosten.

Gefahren der neuen Technologien

Experten sehen beim Einsatz digitaler Techniken aber auch Risiken: Google, Amazon und Agrarkonzerne wie Bayer, Syngenta und BASF könnten Forschung und Entwicklung kontrollieren. Es werden immer mehr Daten generiert und es stellt sich die Frage, wer diese Daten – außer dem Landwirt – sonst noch nutzen darf.

In einem Positionspapier zur „Datenhoheit und Datennutzung in der Landwirtschaft“ fordert der Bundesverband Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zwar, dass „die Hoheit über personenbezogene Daten“ beim Landwirt selbst liegen müsse, doch fraglich bleibt, wie die Daten sauber voneinander abgegrenzt werden können und wer sie im Endeffekt weiter verwertet.