Mit dem „SMART Farm Tool“ lassen sich Bauernhöfe und andere Lebensmittelproduzenten analysieren und untereinander vergleichen.

Eine immer größer werdende Zahl an Verbrauchern wünscht sich nachhaltige Produkte – das gilt insbesondere für Lebensmittel. Doch wie findet man heraus, ob der Apfel oder die Eier wirklich aus nachhaltiger Produktion stammen? Lässt sich Nachhaltigkeit messen?

Das „SMART Farm Tool“ bietet die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe auf ihre Nachhaltigkeit zu untersuchen. SMART steht dabei für „Sustainability Monitoring and Assessment Routine“. Es handelt sich um eine Forschungsmethodik, die die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe und Lebensmittelunternehmen analysiert und bewertet. Sie basiert auf den sogenannten „SAFA Nachhaltigkeits-Leitlinien“ (Sustainability Assessment of Food and Agriculture Systems) der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Die Beratungsfirma Sustainable Food Systems hat zum Beispiel für Lidl in der Schweiz acht Obst- und Gemüseproduzenten mithilfe des  „SMART Farm Tools“ analysiert und einen Maßnahmenkatalog erstellt. Entwickelt wurde die Methodik vom Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Dabei wurden über 60 Landwirtschaftsexpertinnen und -Experten anderer Forschungseinrichtungen mit einbezogen.

Vier Dimensionen der Nachhaltigkeit

SMART untersucht die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit „Ökologische Integrität“, „Ökonomische Resilienz“, „Soziales Wohlergehen“ und „gute Unternehmensführung“. Bei der „Ökologischen Integrität“ geht es darum, wie pfleglich ein Betrieb mit der Atmosphäre, dem Wasser und dem Boden umgeht und wie es mit dem Tierwohl bestellt ist. „Ökonomische Resilienz“ bedeutet, wie widerstandsfähig ein Betrieb gegen negative Einflüsse von außen ist: Investiert er zum Beispiel genug für die Zukunft?

Das Kriterium „Soziales Wohlergehen“ befasst sich unter anderem damit, ob in einem Unternehmen Gleichberechtigung herrscht, ob es auf die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen achtet und ob das Arbeitsrecht eingehalten wird. „Gute Unternehmensführung“ schließlich umfasst Aspekte wie Unternehmensethik oder ganzheitliches Management.

Insgesamt werden 300 Kriterien zur Beurteilung herangezogen und auf einer fünfstufigen Skala von rot (ungenügend) bis dunkelgrün (maximale Nachhaltigkeit) bewertet.

Der Vorteil des SMART-Systems: Es untersucht nicht nur einzelne ökologische Ziele, wie zum Beispiel Klimaschutz. Betriebe werden vielmehr einer ganzheitlichen Analyse unterzogen, die alle Aspekte der Nachhaltigkeit umfasst. Durch die standardisierten Untersuchungskriterien können so die unterschiedlichsten Unternehmen rund um den Globus analysiert, bewertet und miteinander verglichen werden.