Europäisches Projekt soll Netzwerke im Bio-Obstbau stärken

Erfolgreiche Methoden im ökologischen Pflanzenschutz europaweit zugänglich zu machen, ist Ziel des Projektes „Biofruitnet“, das von Naturland initiiert wurde. Durch den Wissensaustausch zwischen Landwirten, Beratern und Forschungseinrichtungen sollen Innovationen im ökologischen Obstanbau gefördert – und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bio-Obstanbaus gestärkt werden.

Die größte Herausforderung im Bio-Obstanbau ist der Schutz der Kulturen vor Schädlingen und  Krankheiten. Überall in Europa haben Biobauern Erfahrungen im Pflanzenschutz gesammelt und erfolgreiche eigene Verfahren entwickelt. Doch wertvolles Praxiswissen verbleibt oft auf lokaler Ebene. Das Biofruitnet-Projekt soll dies ändern und für eine bessere Vernetzung von Praktikern im Öko-Obstbau europaweit sorgen. Wissen über Pflanzenschutz, Düngung und geeignete Sorten soll so für alle Bio-Erzeuger in Europa zugänglich gemacht werden.

Das Projekt, das von der Europäischen Union gefördert wird, soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bio-Obstproduktion, insbesondere bei Kern-, Stein- und Zitrusfrüchten stärken. Zwar ist die europäische Union weltweit führend im Bio-Obstbau, aber auch die Bio-Fruchtimporte aus Nicht-EU-Ländern sind zuletzt gestiegen. Dabei handelt es sich einerseits um Obst, das importiert wird, weil es in anderen Klimazonen gedeiht, andererseits, weil die Nachfrage in Europa nicht gedeckt wird oder die Importware günstiger ist.

E-Learning, Podcasts und Videos für die Praktiker

Das Biofruitnet-Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Es wird vom Anbauverband Naturland koordiniert und in Zusammenarbeit mit 15 Partnerorganisationen aus zwölf Ländern durchgeführt.

Ziel ist es, die lokal vorhandenen praktischen und wissenschaftlichen Kenntnisse zu sammeln, um diese europaweit über die unterschiedlichsten Kanäle wie Beratungsdienste und Hochschulen und in unterschiedlichsten Formaten wie E-Learning, Podcasts, Videos und Informationsschriften zu verbreiten. Außerdem sollen bestehende Netzwerke im Bio-Obstbau gestärkt und untereinander vernetzt werden.

Im ersten Schritt soll eine Umfrage klären, mit welchen Problemen europäische Bio-Obstbauern in der Praxis konfrontiert sind und wie sie diesen Herausforderungen begegnen. Obstbauberater, Obstbauern sowie Forschende in 20 Ländern sind deshalb aufgefordert, bis zum 30. September 2020 an einer Online-Umfrage teilzunehmen und erfolgreiche Methoden vorzustellen.