EU verbessert Verbraucherschutz bei Naturkosmetik

EU-Kosmetik-Verordnung tritt am 1. Mai 2020 in Kraft

Duftstoffkennzeichnung, Nanomaterialien, endokrin wirksame Chemikalien – das Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) der Europäischen Union führt derzeit einige offene Mandate, die potenziell Änderungen der EU-Kosmetik-Verordnung bewirken können. Eine Aktualisierung tritt bereits am 1. Mai 2020 in Kraft.

Mit der Verordnung 2019/1966 vom 27. November 2019 aktualisiert die Europäische Kommission die Liste der Stoffe, die in kosmetischen Produkten verboten sind, die Liste der Stoffe, die kosmetische Mittel nur unter Einhaltung angegebener Einschränkungen enthalten dürfen sowie die Liste der in kosmetischen Mitteln zugelassenen Konservierungsstoffe. Dies betrifft unter anderem die als CMR-Stoff der Kategorie 2 eingestufte Salicylsäure (2-Hydroxybenzoesäure), die in der Naturkosmetik vor allem gegen Hautunreinheiten eingesetzt wird.

Die Verwendung von Salicylsäure bleibt in auswaschbaren Haarprodukten in einer Konzentration bis 3,0 % und bis 2,0 % in anderen Mitteln erlaubt. Neu ist, dass von dieser Erlaubnis ab dem 1. Mai 2020 Körperlotionen, Lidschatten, Wimperntuschen, Eyeliner, Lippenstifte, Rollstiftdeodorants und Mundmittel ausgenommen sind. Auch die Verwendung in Produkten für Kinder unter drei Jahren sowie in Anwendungen, die durch Einatmen zu Lungenkontakt führen könnten, wird verboten. Diese Einschränkungen gelten ebenso für die Verwendung von Salicylsäure als Konservierungsmittel, welche sonst in einer Konzentration von 0,5 % weiterhin erlaubt bleibt.

Änderung der Duftstoffkennzeichungsregelungen erwartet

Auch bezüglich der Duftstoffkennzeichnung dürfen in diesem Jahr Änderungen erwartet werden. Derzeit müssen 26 allergene Duftstoffe gekennzeichnet werden, alle anderen werden als „Parfum“ oder „Aroma“ aufgelistet. Hier besteht Änderungsbedarf, da auch einige dieser Inhaltsstoffe bei Kosmetikanwendern allergische Reaktionen hervorrufen können. Allerdings stellt sich die Frage, wie die Kennzeichnung am besten umgesetzt werden kann. Favoriten sind das herkömmliche Listen auf der Packung sowie eine Online-Variante. Die öffentliche Befragung des SCCS von Konsumenten, Fachleuten und Unternehmen hinsichtlich der bevorzugten Art des Labelings endete am 11. Februar 2020. Bis eine entsprechende EU-Verordnung rechtskräftig wird, geht aber wohl noch einige Zeit ins Land.