Naturland appelliert nach seiner dreitägigen, per Videokonferenz abgehaltenen, Frühjahrsversammlung an die Bundesregierung, das geplante Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.

Im März war die Umsetzung des geplanten Lieferkettengesetzes, mit dem Unternehmen verpflichtet werden sollen, die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards global zu garantieren, gestoppt worden. Die Eindämmung der Corona-Pandemie habe Vorrang, argumentierte die Bundesregierung. Nun solle, so fordert Hans Bartelme, Vizepräsident des Naturland-Verbandes, das Gesetz dringend auf den Weg gebracht werden.

Digitales Treffen

Die Forderung ist eines der Ergebnisse des dreitägigen digitalen Treffens, das in diesem Jahr Mitte Mai die reguläre Frühjahrsversammlung von Naturland ersetzt hat. Der Internationale Beirat des Öko-Verbands war per Video-Konferenz zu Beratungen mit den Delegierten aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa zusammengekommen. Sie berichteten unter anderem, mit welchen Herausforderungen die Menschen in ihren Heimatländern derzeit zu kämpfen haben.

Dr. Hubby Matthew von PDS Organic Spices, einem indischen Naturland-Partner, etwa berichtete von Arbeitslosigkeit der Tagelöhner und gleichzeitig gestiegenen Lebensmittelpreisen; Familien mussten mit Essens-Paketen unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund appellieren die Naturland-Delegierten einstimmig an die Bundesregierung, das geplante Lieferkettengesetz gerade jetzt auf den Weg zu bringen.

„Was wir jetzt brauchen, ist Solidarität in der Krise und den Aufbau transparenter, sozial und ökologisch nachhaltiger Lieferketten“, betonte Bartelme. Dieselbe Marschrichtung hat auch Dieter Overath, Vorstandschef von TransFair in einem Gespräch mit der Lebensmittelzeitung (lebensmittelzeitung.net) vorgegeben: „Nicht trotz, sondern wegen Corona ist das Lieferkettengesetz nötig“, wird er in Ausgabe 20 der Zeitung zitiert.

Initiative Lieferkettengesetz

Die Naturland-Delegierten bekräftigten ihre Unterstützung der „Initiative Lieferkettengesetz“. Der Zusammenschluss von Organisationen wie BUND, Brot für die Welt, Greenpeace, Oxfam sowie den Gewerkschaften DGB und Verdi tritt nach eigenen Angaben „ für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden“ ein.