Die Verbesserung der nachhaltigen und ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu stärken, ist das wichtigste Ziel des „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN).

Das Programm wurde 2002 gegründet und geht zurück auf eine Empfehlung externer Sachverständiger und Vertretern der deutschen Bio-Anbauverbände, die wiederum auf einer Schwachstellenanalyse beruhten. Das BÖLN zielt darauf ab, die nachhaltige und ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft zu verbessern.

Anfangs sollte das BÖLN in erster Linie Wissens- und Erfahrungslücken schließen. Dazu beinhaltete es neben der Realisierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auch Maßnahmen zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion, der Erfassung, der Verarbeitung, der Vermarktung und des Handels sowie Maßnahmen zur Fortbildung und Information von Erzeugern und Verbrauchern.

Informieren und Weiterbilden

2010 wurde es auch für andere nachhaltige Wirtschaftsformen geöffnet. Und ein weiteres Jahr später wurde eine zusätzliche Richtlinie erarbeitet, nach der auch Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie Maßnahmen zum Technologie- und Wissenstransfer für eine nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten gefördert werden können.

Das BÖLN ist seitdem ein staatliches Förderprogramm, um die ökologische und nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland dauerhaft zu unterstützen, zu stärken und auszudehnen.

Mit Seminaren, Workshops, Wettbewerben und Öffentlichkeitsarbeit trägt das BÖLN dazu bei, relevante Zielgruppen mit entsprechend aufbereitetem Wissen zu qualifizieren und zu sensibilisieren. Dazu gehören Landwirte sowie Unternehmen der Lebensmittelbranche ebenso wie Verbraucher, Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrkräfte und Medienvertreter. Auch Informationsangebote und Messeauftritte der Branche werden unterstützt.

Nutzung von Synergien

Das Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung sieht vor, den Ökoflächenanteil in Deutschland bis 2030 auf 20 Prozent auszubauen. Dieses Ziel setzt die Bundesregierung unter anderem mit der „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ (ZöL) um, wobei das BÖLN eine zentrale Rolle spielt.

Es soll dazu beitragen, die Rahmenbedingungen des Ökolandbaus zu verbessern und die Voraussetzungen zu schaffen, das Wachstum von Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht voranzubringen. Dabei werden alle Teile der Produktions- und Wertschöpfungskette berücksichtigt: von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Erfassung, die Verarbeitung, die Vermarktung bis hin zum Außerhausverzehr und den Verbrauchern.

Eine Besonderheit des BÖLN ist, dass die einzelnen Maßnahmen und die über Förderrichtlinien geförderten Projekte eng miteinander verzahnt sind, um positive Synergieeffekte nutzen zu können. Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert. Seit 2018 stehen im Bundeshaushalt jährlich 30 Millionen Euro für die verschiedenen Maßnahmen des Programms bereit.