Wasser ist ein Menschenrecht – doch Millionen Menschen weltweit leiden unter Wasserknappheit und mangelnder Hygiene. Laut UN-Weltwasserbericht von 2019 hatte 2015 fast jeder Dritte (2,1 Milliarden Menschen) keinen Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung.

Rund 844 Millionen Menschen fehlte gar eine Grundversorgung mit Wasser. Über 400 Millionen verwenden einfaches Brunnenwasser und rund 160 Millionen trinken direkt aus Flüssen, Seen oder Kanälen. Die Hälfte der Menschen weltweit mit unzureichendem Zugang zu sicherem, also zu sauberem und – in der Nähe des Zuhauses – durchgängig verfügbarem, Trinkwasser lebt in Afrika. Lediglich ein Viertel der Bevölkerung Subsahara-Afrikas hat diesen Zugang.

Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen weiterhin dürftig

Selbst in Europa und in Nordamerika haben 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern. Auch der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen bleibt dort 36 Millionen Menschen verwehrt. Global gesehen, können etwa 4,4 Milliarden Menschen keine sicheren Anlagen nutzen. Dazu gehört etwa eine Toilette, die dafür sorgt, dass Menschen nicht in Kontakt mit den Ausscheidungen kommen, und ein System, das die Ausscheidungen entsorgt, damit sich keine Krankheiten ausbreiten können.

892 Millionen Menschen verrichten ihre Notdurft im Freien. So werden über 80 Prozent aller Abwässer weltweit ungeklärt in die Umwelt entsorgt. 2018 hat UNICEF zwar dazu beigetragen, dass etwa 14 Millionen Menschen zu Hause eine Grundversorgung mit Trinkwasser haben und 11 Millionen einfache Toiletten. Doch „Wasser und Sanitärversorgung für alle“ – eines der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung – zu erreichen, liegt noch in weiter Ferne.

Auch Wasserverschmutzung ist ein Problem

Erschreckende Zahlen, zumal der Anteil der globalen Wassermenge, der für Menschen nutzbar und zugänglich ist, mit 0,001 Prozent verschwindend klein ist. Denn über 96 Prozent der rund 1,4 Milliarden Kubikmeter Wasser befindet sich in den Weltmeeren, nur jeweils 1,7 Prozent stecken im Eis und im Grundwasser.

Auch in den Ozeanen ist die Verschmutzung ein ernstes Problem, denn etliche Flüsse transportieren enorme Mengen an Plastik. Trauriger Spitzenreiter ist der Jangtse in China mit rund 330.000 Tonnen pro Jahr – vor dem Ganges (Indien) mit 115.000 sowie dem Amazonas in Südamerika mit knapp 40.000. In allen Weltmeeren gibt es inzwischen gigantische Müllstrudel, die das empfindliche Ökosystem gefährden.