Die Lebensmittel-Kette Kaufland hat ihre Kooperation mit Demeter ausgeweitet und ist nun Mitglied des Bio-Verbands. Demeter will seinen Bauern damit mehr Absatzmöglichkeiten schaffen und Kunden gewinnen, die für gewöhnlich ausschließlich im konventionellen Lebensmittelhandel einkaufen. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren beäugt dies kritisch.

Um ein „klares Zeichen für mehr Bio, mehr Nachhaltigkeit und mehr Unterstützung von Umwelt und Natur“ zu setzen, ist die Lebensmittel-Handelskette Kaufland dem Demeter-Verband durch den Abschluss eines Markennutzungsvertrags als Mitglied beigetreten. Das Ziel formuliert Yalcin Cem, Geschäftsführer Einkauf Bio-Lebensmittel und Drogerie bei Kaufland: „Als Mitglied können wir noch besser dazu beitragen, dass die biodynamische Landwirtschaft wächst und Projekte aktiv mitgestalten.“ Der kontinuierliche Ausbau des Bio-Sortiments sei Schwerpunkt der Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie von Kaufland.

Die Lebensmittel-Handelskette listet nach eigenen Angaben derzeit rund 2.600 Bio-Artikel. Seit Oktober 2018 kooperiert Kaufland mit Demeter-Herstellern und -Erzeugern. Verkauft wurden zunächst Demeter-Molkereiprodukte, mittlerweile findet man im Kaufland-Sortiment mehr als 250 Demeter-Artikel. Dazu zählen Obst und Gemüse, Säfte, Babynahrung, Konserven, Öle, Frühstücksartikel und Gebäck. Kaufland verpflichtet sich mit dem Beitritt auch, die Demeter-Qualitäts- und Fairplay-Vorgaben für den Handel einzuhalten.

„Zu ermöglichen, dass mehr Bauern biodynamisch wirtschaften, um die natürlichen Ressourcen zu schonen – das heißt auch neue Märkte schaffen, ganz neue Zielgruppen anzusprechen“, kommentiert Demeter-Vorstand Johannes Kamps-Bender die neue Liaison. Um den Handel mit Demeter-Produkten mitzugestalten, würden „bei der Zusammenarbeit mit neuen Partnern im Lebensmitteleinzelhandel Vereinbarungen zu Mitarbeiterschulungen, Kundeninformation, einem Mindest-Biosortiment und die finanzielle Beteiligung an biodynamischen Entwicklungsprojekten wie Forschung, Bildung und Biozüchtung gemäß den Demeter-Vertriebsgrundsätzen getroffen.“ Zudem werde eine Fairplay-Vereinbarung für die Verhandlungen mit Erzeugern geschlossen.

Gegenwind kommt derweil vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN). „Bio für Alle ist ein gutes Ziel, aber nicht um jeden Preis. Der Bio-Branche geht es um gesunde, nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel. Sie setzt hier höchste Standards. Wir vertreten Werte, denen sich ein nationales Systemhandelsunternehmen in der Regel nicht verpflichtet fühlt“, kommentiert BNN-Vorstandsmitglied Volkmar Spielberger die neue Partnerschaft. Demeter müsse sich nun daran messen lassen, ob die an Kaufland gestellten Vorgaben auch umgesetzt werden.