Katherine Hauck promoviert über die Akzeptanz von Biowein in Deutschland. Dabei hat sie herausgefunden, dass junge Menschen diesen meist nur per Zufall kaufen. Erklärungen zu Anbau und Verarbeitung des ökologisch produzierten Weines erhöhen allerdings die Kaufbereitschaft.

Die Nachhaltigkeitsbewegung der jüngeren Konsumenten, in diesem Fall der 20- bis 30-Jährigen, wirkt sich nicht auf deren Einkaufsverhalten beim Wein aus. Dies ist das Ergebnis einer Interview-Reihe, welche Katharine Hauck für ihre Promotion zum Thema Biowein an der Hochschule Geisenheim geführt hat. Insgesamt hat sie 94 Personen aus Berlin, Frankfurt und München befragt. Zu welchen Erkenntnissen sie dabei gekommen ist, berichtete die Doktorandin in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Bio-Siegel versteckt

Manche der Befragten hätten gar nicht gewusst, so Hauck, dass es Biowein gibt. Anderen sei nicht klar, dass es Unterschiede zu konventionell hergestelltem Wein gebe. Denn der Rebensaft werde allgemein als sehr natürliches Produkt angesehen. Biowein werde mehr per Zufall – etwa, weil man gerade im Bio-Laden einkaufen sei – und nicht als bewusste Entscheidung gekauft.

Letzteres werde auch deshalb erschwert, weil sich das Bio-Siegel auf der Flaschen-Rückseite befindet und daher kein prominentes Verkaufsargument sei. Und: Hauck habe ein „generelles Misstrauen“ gegenüber den Bio-Siegeln festgestellt.

Aufklärung schafft Absatz

Wie man junge Leute zum Kauf von Biowein motiviere, habe ein Experiment gezeigt, berichtet die Doktorandin: Als man erklärte, wie Biowein kontrolliert und zertifiziert wird und welches Siegel wofür steht, habe sich bei einer anschließenden Befragung die Kauf- und Zahlungsbereitschaft signifikant erhöht.

Im nächsten Schritt ihres Tests seien die Fakten noch mit Bildern unterfüttert worden; wie von einem Weinberg, auf dem nach Herbizid-Eintrag die ganze Bodenbegrünung eingegangen war. Das habe die Akzeptanz von Biowein noch weiter erhöht. Fazit der Marketing-Expertin: Die neue Umweltbewegung helfe sicher dabei, das Bewusstsein zu verändern. Es sei aber doch seltsam, „dass die Erfolge, die die Bio-Winzer errungen haben, so wenig bekannt sind“.